Wie werden Mobile Marketing und Onlinemarketing in Zukunft aussehen? Südkorea hat die Antwort. Zum Beispiel Mobile Shopping in der U-Bahn.

Südkorea: Das Mobile Marketing der Zukunft

Wie werden Mobile Marketing und Onlinemarketing in Zukunft aussehen? Südkorea hat die Antwort.

Willkommen in Seoul! Der Hauptstadt der Republik Korea (mehr Infos auf Wikipedia), bei uns Südkorea genannt. Hier leben 10 von 50 Millionen Südkoreanern – und sie alle bekommen in Seoul flächendeckend gratis W-LAN.

Südkorea ist das Heimatland der Technologiekonzerne Samsung und LG. Entsprechend offen sind die Menschen gegenüber Innovationen: 70 % der Bevölkerung besitzen ein Smartphone. Schnelle und günstige Verbindungen gibts überall, das Smartphone ist hier das Haupt-Gerät vor Tablet, Laptop oder Standrechner. Geshoppt wird online, überwiegend via Smartphone und Tablet. Mobiles Einkaufen legte von 2012 auf 2013 um 156 % zu – das entspricht einem Umsatz von 2,83 Milliarden US-Dollar (2,14 Milliarden €).

Einkaufen mit dem Handy in der U-Bahn-Station

Das kommt nicht von ungefähr. Denn für viele Südkoreaner ist das Einkaufen im Supermarkt längst eine lästige Pflicht und – inzwischen vermeidbarer – Stress geworden. Daher wird das online und mobil erledigt. Und zwar überall, besonders in der U-Bahn.

Wie das funktioniert? Der Lebensmittelhändler Tesco hat mit seinem Mobile Shopping Konzept „HomePlus“ eine Erfolgsstory hingelegt: der tägliche Einkauf im Supermarkt wird im Vorbeigehen z.B. in der U-Bahnstation gemacht. Bestellt wird via Smartphone-Scan von Plakaten, Postern oder Monitoren. Einfach QR-Code gescant und das im 2D-Regal ausgewählte Produkt ist im Warenkorb der App. Das Ergebnis: eine Umsatzsteigerung von 130 %.

Wenn der hart arbeitende Südkoreaner abends nach Hause kommt sind seine Bestellungen bereits zur Haustür geliefert. So laufen 12 % des gesamten Einzelhandels in Südkorea bereits über Mobile Shopping. Bezahlt wird simpel mit Kreditkarte oder Handyrechnung.

Fotos zum „virtuellen Supermarkt“ Südkoreas: jetzt auf Google ansehen!

Südkorea Spitzenreiter im Mobile Marketing

Von der Technologie und auch dem Nutzungsverhalten sind uns Europäern die Südkoreaner mindestens einen Schritt voraus. Als bei uns WhatsApp in aller Munde war, gab es das südkoreanische Pendent „Kakaotalk“ mit 140 Millionen Nutzern in Asien (Stand: Mai 2014) bereits seit 2010 (mehr Infos auf Wikipedia). Junge Menschen legen sich jährlich ein neues Smartphone zu, nutzen täglich über 100 Apps. Geschenke an Freunde oder die Liebsten kann man blitzschnell einfach als Handy-Gutschein verschicken – z.B. einen gratis Starbucks-Kaffee, den der Gutscheinempfänger direkt mit seinem Smartphone im Coffeeshop einlösen kann.

Südkorea hat außerdem die schnellsten Internetanschlüsse der Welt: durchschnittlich 24 Megabit pro Sekunde, maximal sind 225 Mbit möglich. Bis 2017 soll es bereits 1 Gigabit pro Sekunde sein. In Europa gibts durchschnittlich ca. 19 und maximal 41 Mbit. Damit das besser wird kooperiert die EU in der Entwicklung des 5G-Netzes aktuell mit Südkorea. Mit 5G sollen bis zu 50 Gigabit pro Sekunde möglich werden.

„[The] stellar public bandwidth makes South Korea a peculiarly exotic playground for mobile commerce“

Thomas Hong-tack Kim, Creative Director der Werbeagentur Cheil Worldwide Seoul

Wie der Werber Thomas Hong-tack Kim feststellt, ist die High-Speed Verbindung die Voraussetzung für den Mobile Boom. Dieser wird mit immer neuen Apps und Aktionen weiter befeuert. Denn aus dem ganzen Online- und Mobile Marketing werden Daten gesammelt. Und diese werden von den Werbern auch genutzt: bleibt zum Beispiel ein Stammkunde aus, bekommt er ein Lockangebot direkt aufs Handy.

Shopping, Terminplanung, Kommunikation, sozialer Austausch. All das geschieht bereits mobil. Dating und das Liebesleben sind der nächste Schritt: mit „Between“, einer App-Mischung aus Facebook und WhatsApp, haben Pärchen ihr privates Social Network. Die Macher schielen bereits aus Südkoreas Heiratsindustrie, die jährlich 10 Milliarden US-Dollar umsetzt …

Ein spannendes Detail am Rande: Bis 2015 soll das Schulbuch in Südkorea der Vergangenheit angehören. Dann soll es für Schüler nur noch E-Books geben. Vorbei die Zeit der schweren Schultaschen …

BBC-Doku: Technologie und Südkorea

Die Südkoreaner sind neuen Technologien gegenüber sehr aufgeschlossen, was auch die folgende BBC-Dokumentation zeigt:

Über den Autor: Mag. (FH) Thomas Kraus, Texter, Onlinemarketing-Experte und Kundenbetreuer bei der ZZYZX Werbeagentur Graz, Steiermark (Österreich). Der Autor auf Google+

Fotos: Copyright Anton Balazh / Shutterstock.com

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